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Madeira oder Teneriffa: Wanderwetter im Winter

Madeira und Teneriffa im Wintervergleich: Historische Temperatur, Regentage und Niederschlag zeigen, welches Profil zur Wanderreise passt.

7 Minuten Lesezeit
Bergweg oberhalb steiler grüner Grate auf Madeira
Krzysztof Popławski, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
“Madeira ist in diesem Wintervergleich wärmer, Teneriffa trockener. Die sinnvolle Entscheidung beginnt nach dieser Kurzfassung.”
Winter an den beiden ausgewählten repräsentativen Zellen
MonatMadeiraTeneriffaAbstand bei Regentagen
Dezember14,4 °C · 43,50% nasse Tage12,0 °C · 28,20% nasse TageMadeira +15,30 Punkte
Januar13,5 °C · 35,48% nasse Tage11,0 °C · 20,83% nasse TageMadeira +14,65 Punkte
Februar13,1 °C · 35,35% nasse Tage11,1 °C · 21,77% nasse TageMadeira +13,58 Punkte

Eine Winterreise nach Madeira oder Teneriffa klingt zunächst wie die Wahl zwischen zwei milden Atlantikinseln. Die historischen Datensätze stellen eine genauere Frage. An der ausgewählten Modellzelle Madeiras liegt das Mittel im Wanderfenster von Dezember bis Februar zwischen 13,1 und 14,4 °C. Teneriffas ausgewählte Zelle erreicht 11,0 bis 12,0 °C. Madeira besitzt in diesem Vergleich damit einen Wärmevorsprung von 2,0 bis 2,5 °C. Teneriffa antwortet in allen drei Monaten mit weniger nassen Tagen und geringeren Niederschlagssummen. Beide Ziele passieren während des gesamten Winters das Empfehlungstor des Projekts. Es geht also nicht um eine geeignete und eine ungeeignete Insel, sondern um zwei zulässige Klimaprofile an jeweils einem bestimmten Ort und einer bestimmten Modellhöhe.

Wie viel sind zwei zusätzliche Grad für die Reise wert?

Auch am kühleren Rand bleibt Madeira milder. Die veröffentlichten Bereiche zwischen dem 10. und 90. Perzentil reichen im Dezember von 11,8 bis 17,0 °C, im Januar von 10,7 bis 16,2 °C und im Februar von 10,3 bis 16,1 °C. Auf Teneriffa beginnen die entsprechenden Bereiche bei 8,2, 6,6 und 6,4 °C. Wer bei frühen Starts oder längeren Pausen empfindlich auf kühlere Stunden reagiert, findet deshalb in Madeiras Datensatz das passendere Profil. Daraus darf aber keine pauschale Inselregel werden. Madeiras Modellzelle liegt auf 628,3 Metern, Teneriffas Zelle auf 1.867 Metern. Dieser Höhenunterschied gehört zur Evidenz und muss sichtbar bleiben. Verglichen werden die ausgewählten Wanderkontexte des Projekts, nicht sämtliche Wege beider Inseln.

Teneriffa bietet dafür historisch weniger nasse Tage

Vor der Inselwahl die Monatswerte öffnen
DezemberMadeira 90,5 mm · Teneriffa 51,0 mmJanuarMadeira 59,9 mm · Teneriffa 32,7 mmFebruarMadeira 58,4 mm · Teneriffa 36,6 mm

Beim Regen dreht sich die Präferenz. Madeira erreicht im Dezember eine Wahrscheinlichkeit nasser Tage von 43,50 Prozent und im Januar sowie Februar ungefähr 35 Prozent. Teneriffa kommt auf 28,20, 20,83 und 21,77 Prozent. Auch der mittlere Monatsniederschlag weist in dieselbe Richtung: Madeira liegt im Dezember 39,5 mm, im Januar 27,2 mm und im Februar 21,8 mm höher. Häufigkeit und Menge sind verschiedene Kennzahlen, führen hier aber beide zur trockeneren Teneriffa-Zelle. Beim Tageslicht ist der Abstand klein. Teneriffa liegt nur 0,2 bis 0,4 Stunden vorn. Die relative Feuchte trennt die Profile stärker, denn Madeira liegt um 5,3 bis 7,0 Prozentpunkte höher. Dieser Wert beschreibt modellierte Luft an der Zelle, nicht Trittsicherheit, Wolkenhöhe, Sicht oder persönliches Wohlbefinden.

Die praktische Antwort bleibt abhängig von den eigenen Prioritäten. Madeiras Profil passt besser, wenn einige zusätzliche Grad während der untersuchten Wanderstunden wichtiger sind als eine möglichst geringe historische Regenhäufigkeit. Teneriffa verdient den ersten Blick, wenn weniger nasse Tage und geringere Niederschlagssummen wichtiger sind als der kühlere Temperaturbereich. Der Gesamtscore sollte die Wahl nicht allein treffen. Teneriffa führt im Dezember um fünf Punkte, im Januar um drei und im Februar um zwei. Diese kleinen Abstände verdichten genau den Zielkonflikt, den man für die Planung auseinandernehmen muss. Nach der Klimawahl folgen die aktuellen Quellen: Bergwetter, konkrete Route und Höhe, offizielle Zugangsmeldungen und Verkehr. Auch ein im langjährigen Datensatz geeigneter Wintermonat kann Stürme, Sperrungen oder lokale Bedingungen enthalten, die das Monatsmodell nicht auflöst.